Dreimal verführt, dreimal ist nichts passiert

Feuilleton | Opernkritik: Jürg Stenzl | aus FALTER 31/13 vom 31.07.2013

Beeindruckende Sänger, superbes Orchester: Harrison Birtwistles Oper "Gawain“ bei den Salzburger Festspielen

Harrison Birtwistle, 79, gilt in deutschen Musikgeschichten, unverkennbar abwertend, als "britischer Komponist“. Doch er selbst meinte spöttisch, er "weiß nicht, was ein ‚englischer Komponist‘ sei, so etwas wie Vaughan-Williams?“. Seit seinen Anfängen Mitte der 1960er-Jahre ist Birtwistle ein Solitär, am ehesten noch mit Edgar Varèse vergleichbar.

Seine bisher zehn Opern haben - mit Ausnahme des grimmigen Erstlings "Punch and Judy“ (1967) - kaum je den Weg über den Kanal und den Atlantik gefunden. Offensichtlich konnte der Dirigent Ingo Metzmacher den Festspielintendanten Alexander Pereira, der in 20 Jahren keine Note dieses Komponisten auf die Züricher Opernbühne gebracht hatte, von Birtwistles "Gawain“ überzeugen.

1991 wurde Harrison Birtwistles Oper "Gawain“ in der Londoner Covent Garden Opera uraufgeführt und war dort auch 1994 - umstritten - erfolgreich.


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