Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 31/13 vom 31.07.2013

Pop

Grant Hart: The Argument

Das Wiederhören von alten Helden kann eine zwiespältige Sache sein. Nicht so bei Grant Hart (52), dem einstigen Schlagzeuger der US-Punkband Hüsker Dü. Krach schlägt Grant auf diesem mit 20 Songs langen, aber nie langweiligen Konzeptalbum kaum mehr; in seinen Bann zieht er einen nach wie vor. Der Stoff eines unveröffentlichten Manuskripts von William S. Burroughs, das wiederum auf John Miltons "Paradise Lost“ basiert, wird zu gediegener Musik zwischen Schlichtheit und Opulenz, wobei David Bowie nicht nur einmal freundlich grüßt. (Domino) gs

Jazz

Heinrich v. Kalnein/Gille/Sieverts/Burgwinkel: 03

Über Mikrofonierung und Soundtechnik erfährt man im buchgroßen Booklet dieser audiophilen Produktion mehr, als einem lieb ist; die Musik kann man sich aber auch anhören, wenn man keine 5-Lautsprecher-Blu-Ray-Disc-Anlage hat. Sie lebt vom lebendigen und erfreulich unkompetitiven Zusammenspiel der beiden Saxofonisten, die gelegentlich auch zur Flöte (Kalnein) und zur Klarinette (Gille) greifen, zwischen harmonischer Hymnik, intimer Inbrunst und colemanesker Aufgekratztheit changieren, untadelig unterstützt vom Flow der Rhythmusgruppe (Katzenberger). KN

Elektronik

Innode: Gridshifter

Stefan Németh, Ex-Mitglied von Radian, meldet sich mit einem neuen Projekt zurück. Bei Innode arbeitet er mit den beiden Schlagzeugern Bernhard Breuer (Elektro Guzzi) und Stephen Hess (Pan American) zusammen. Dass Rhythmus und Körperlichkeit bei dem Mann, der eher als Spezialist fürs Abstrakte gilt, neuerdings derart große Rollen spielen, ist eine freudige Überraschung. "Gridshifter“ haut gut rein und spannt über zwei LP-Seiten in 40 Minuten noch dazu einen schönen Bogen. Wie heißt es doch: Ein Ende kann ein Anfang sein. (Editions Mego) sf


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