Mir scheint, mich streift ein Schmetterling

Feuilleton | Lektüre: Klaus Nüchtern | aus FALTER 31/13 vom 31.07.2013

Gut verwirrt ist halb gewonnen: Robert Musils Romandebüt hat im Laufe eines Jahrhunderts ein bisschen Patina angesetzt

Nun ist es auch schon wieder 107 Jahre her, seitdem Robert Musils erster Roman, "Die Verwirrung des Zögling Törleß“, erschienen ist. Als er an diesem zu schreiben begann, war der Autor in seinen frühen 20ern und versah in Stuttgart mit mäßiger Ambition seinen Job als Volontärsassistent der dortigen Materialprüfungsanstalt.

In einem Brief schrieb er von seinem "dummen Roman, der ganz sicherlich nicht sehr innig zu mir gehört, den zu vollenden ich mir aber nun einmal in den Kopf gesetzt habe“.

Der "dumme Roman“, der im Oktober 1906 im Wiener Verlag erschien, sorgte freilich für einiges Aufsehen, sodass Musil erst ein Vierteljahrhundert später mit dem ersten Band des "Mann ohne Eigenschaften“ "aus dem, Törleß-Schatten‘ treten“ konnte, wie Thomas Zirnbauer es in seinem Nachwort zur soeben erschienenen Neuauflage der Erstausgabe ausdrückt.

Dem "Törleß“


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