Urbanes Betragen

Stadtleben | aus FALTER 31/13 vom 31.07.2013

Benimmfibel für Großstadtmenschen (125)

Herr S. möchte wissen, ob er Mitreisende darauf hinweisen darf, dass der Verzehr von Leberkäsesemmeln in der U-Bahn andere Menschen belästigt: Gilt man als intolerant, wenn man sie auffordert, ihre Jause zu einem anderen Zeitpunkt und/oder an einem anderen Ort einzunehmen?

Jetzt machen Sie aber mal halblang, werter Herr S.! Zwar heißt es in der Hausordnung der Wiener Linien: "Um Konflikte und Unannehmlichkeiten zu vermeiden, ist ein Verhalten, das andere stören könnte, nicht erwünscht. Dazu gehört auch, dass in den Verkehrsmitteln und Anlagen der Wiener Linien Rauchen, Lärmen, Musizieren oder lautes Musikhören verboten ist.“ Von Essen ist da aber erstaunlicherweise nicht die Rede - und die Wiener Linien sind ganz schön pingelig, was ihre Hausordnung betrifft. Freilich sitzen die wenigsten Leute gerne in einer intensiven Zwiebelfahne. Doch immerhin: lieber Zwiebel als Schweiß! Lieber Leberkäse als Zehenkäse!

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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