Scheibengeometrie

Stadtleben | Reportage: Philip Gaspar | aus FALTER 31/13 vom 31.07.2013

Discgolf ist ein Trendsport, den noch kaum einer kennt. Schade eigentlich

Michael Priester steht still wie eine Statue, Schweiß tropft von seiner Stirn. Er rechnet, zeichnet in seinem Kopf die Flugbahn nach, die seine Scheibe nehmen wird. Nach ein paar Sekunden kennt er den Punkt, den er anvisieren muss, seine Finger festigen den Griff. Er dreht seinen Oberkörper, wirft, schleudert die Wurfhand Richtung Ziel und lässt im richtigen Moment die Scheibe los.

Die Disc schwebt mehrere Meter parallel zum Boden, dann lassen Aerodynamik und Rotation sie eine Linkskurve nehmen - Profis wie Priester nennen dieses Flugverhalten "overstable“. Seine Scheibe kommt einen halben Meter vor dem Korb zum Liegen. Jetzt hat der stämmige Weinviertler leichtes Spiel. Er markiert den Landepunkt, hebt die Disc auf, streckt bloß noch den Arm aus und lässt sie in den Stahlkorb fallen. Kling.

Wir befinden uns im Prater, auf Wiens einzigem permanenten Discgolfparcours. Nicht viele wissen, dass sich hier, auf mehreren


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