Prost!  Lexikon der Getränke. Diese Woche: Urkorn-Bier

Über ein großartiges Bier im falschen Gewand

Stadtleben | aus FALTER 31/13 vom 31.07.2013

Was hat Bier mit Bio zu tun? Ist es nicht viel ehrlicher, sich von Zeit zu Zeit einen ordentlichen Rausch anzutrinken? Ein wenig Urlaub vom Ich zu nehmen - da sind doch die Pestizide das geringste Übel! Bioräusche können tendenziell gar nicht so groß sein, so viel Geld verschluckt die edle Flüssigkeit. Ja, und das ist auch der positive Effekt: Alkohol sollte umgerechnet nicht weniger kosten als die Limonade im Gasthaus, was leider mit der Ausnahme Jugendgetränk mehr Regel als Ausnahme ist.

Das gelingt aber mit dem hier vorgestellten Biobier aus dem Hause "Mein Klang“ garantiert. Mit 3,60 Euro für das Seidl ohne Serviceleistung ist man im Stufenplan schon um einige Level weiter. Aber da gibt es noch eine Anfangshürde zu nehmen, denn man möchte zunächst gar nicht hingreifen, so furchtbar esoterisch wirkt die ganze Aufmachung.

Die Farbe Bronze sieht man nicht häufig, was zwar grundsympathisch ist, aber in Kombination mit dem Stier, dem Namen und dem "Urkorn“ nur so strotzt vor inszenierter Ursprünglichkeit. Argwohn macht sich breit, aber man greift, vom neugierigen Gaumen gesteuert, trotzdem zu. Und siehe da: Die Kombination aus den alten Getreidesorten Emmer, Dinkel und Einkorn, die im Seewinkel bei Pamhagen vom Demeter-Familienbetrieb Michlits angebaut werden, und Hopfen aus dem Mühlviertel erfreuen den Bierliebhaber wahrhaftig.

Ob das Bier nun wirklich so gesund ist, wie auf der Website behauptet, sei dahingestellt - es schmeckt einfach hinreißend gut. MS


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