Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 32/13 vom 07.08.2013

Der Betonbatzen hinter dem Spanplattenparavent an der Ecke Salzgries/Vorlaufstraße dürfte noch nicht restlos abgetragen sein. Hin und wieder bohrt der Baggerbediener noch daran rum. Die migräneanfallartige Dringlichkeit, mit der dies zuvor geschah, ist indes verflogen. Oder haben wir uns nur an den Lärm gewöhnt, so wie ja auch das Personal in Kaufhäusern und Spahotels das harntreibende Gedudel irgendwann nicht mehr wahrnimmt, das aus den Lautsprechern dringt?! Hat die Hitze den Betonbatzenbohrerbaggerbediener mürbe gemacht? Vielleicht hat er sich nach Lektüre der vergangenen Ausgabe dieser Rubrik aber auch gedacht: "Uijegerl, denen bohr ich wohl ein bissl zu laut?! Da will ich mir doch von meiner lieben Frau einen Schalldämpfer stricken lassen, damit es nicht so arg lärmt.“

Dazu gilt es zweierlei anzumerken: 1.) Nein, das ist kein Klischee. Es ist statistisch erwiesen, dass im Straßenbau tätige Männer überdurchschnittlich oft mit Frauen (oder Männern) zusammen sind, die gerne Schalldämpfer stricken. 2.) Man soll den Menschen nicht immer nur das Schlimmste, sondern auch das Beste und Selbstloseste zutrauen. Gerade im Straßenbau wimmelt es von freundlichen Menschen, die freilich auch frustriert sind, weil ihre Tätigkeit vielfach mit Lärmentwicklung und Zeitvernichtung verbunden ist und daher oft den Unmut der Restbevölkerung erregt. Im Namen der Redaktion möchte ich daher die im Straßenbau tätigen Genossinnen und Genossen an dieser Stelle unserer Solidarität versichern. Keep on digging!


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