Die reine Kunst: wie ein Mythos stirbt

Falter & Meinung | Kommentar: Matthias Dusini | aus FALTER 32/13 vom 07.08.2013

Das Thema Korruption hat die Kunst erreicht. Wie käuflich müssen Künstler sein, um überleben zu können?

Was wäre der Kunstbetrieb ohne Klatsch und Tratsch? Im Winter 2011 kaufte das Museum für angewandte Kunst um 55.000 Euro die Installation eines Künstlers an. Das wäre niemandem aufgefallen, wenn der damalige Direktor Peter Noever nicht just zu diesem Zeitpunkt im Mittelpunkt einer Korruptionsaffäre gestanden wäre; und wenn nicht just die Ehefrau dieses Künstlers eine wichtige Kulturjournalistin wäre.

Schon ging das Gemurmel los. Wollte sich das Museum eine positive Berichterstattung erkaufen? Denn wozu sonst hätte es das Werk eines am Kunstmarkt kaum präsenten Künstlers erwerben sollen?

Es gibt kaum einen gesellschaftlichen Bereich, in dem Neid und Missgunst so offen artikuliert werden wie in der Kultur. Das hat nur teilweise mit dem eher spärlich vorhandenen Geld zu tun. Viel wichtiger ist der Wettbewerb um Anerkennung, dessen Regeln im Übrigen schwer zu durchschauen sind.


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