Ein Schulsystem, das Unterschiede festschreibt

Politik | Rezension: Heidi Schrodt | aus FALTER 32/13 vom 07.08.2013

Die Soziologin Jutta Allmendinger zeigt, wie desaströs das System unterschiedliche Herkunft und Begabung von Schülern zementiert

Obwohl die deutsche und österreichische Schule sich auf den ersten Blick im Sekundarschulbereich erheblich unterscheiden, sind die Gemeinsamkeiten doch weit größer als zunächst vermutet. In beiden Ländern verfestigt - wie zahlreiche empirische Studien belegen - ein streng hierarchisches, selektives System soziale Unterschiede und Benachteiligungen wie kaum sonst irgendwo. Die deutsche Soziologin Jutta Allmendinger, Professorin an der Humboldt-Universität und an der FU Berlin und Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin, hat, um dies zu dokumentieren, über 16 Jahre hinweg die Bildungskarrieren von vier Kindergartenfreundinnen begleitet.

Ihre Ergebnisse: Obwohl ein Akademikersohn beispielsweise weit schlechtere Leistungen aufwies als sein türkischer Freund, bekam der eine die Gymnasialreife zugesprochen und der andere nicht. Die Tochter einer arbeitslosen


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