Die geschmierte Muse

Feuilleton | Ermittlungen: Matthias Dusini Illustration: Twinset | aus FALTER 32/13 vom 07.08.2013

Museumsdirektoren verschleudern öffentliche Gelder, Kritiker lassen sich beschenken und Galeristen schneiden mit, wo sie können. Wie korrupt ist eigentlich die Kunst?

Wenn Peter Noever feierte, dann aber richtig. Alljährlich lud der ehemalige Direktor des Museums für angewandte Kunst (Mak) befreundete Akteure des Wiener Kulturlebens ein, um den Geburtstag seiner Mutter zu zelebrieren; die dabei anfallenden Spesen, 172.000 Euro in zehn Jahren, bezahlte er aus der Museumskassa.

Jettete er wieder einmal nach Los Angeles, um eine der Mak-Dependancen zu besuchen, musste garantiert keiner der Gäste durstig nach Hause gehen. Während eines Abendessens konsumierten acht Personen 58 Flaschen mit alkoholischen Getränken, wie die Buchhaltung verzeichnete. Anfang 2011, nach 25 Jahren an der Spitze des Hauses, war die Party zu Ende. Noever trat zurück.

Game Noever

Noevers Rücktritt markiert eine Wende im Verständnis kultureller Institutionen. Die Öffentlichkeit betrachtet Museen, Theater und Festivals


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