Buch der Stunde

Ideologie & Politik der Salzburger Festspiele

Feuilleton | aus FALTER 32/13 vom 07.08.2013

Die Salzburger Festspiele seien früh ein "österreichischer Erinnerungsort und damit ein Kristallisationspunkt individueller und kollektiver Identität“ geworden. Diesem Resümee stellt der Salzburger Historiker Robert Kriechbaumer eine mehrere 100 Seiten starke Studie zur politischen Geschichte der Festspiele voran. Auf Grundlage einer beeindruckend dichten Quellenlage rekonstruiert er den Wandel der politischen Funktion der Festspiele. Dabei bezieht er ökonomisch-touristische Gesichtspunkte ebenso mit ein wie außenpolitische Abhängigkeiten und innenpolitische Konstellationen. So traf die von NS-Deutschland verhängte "1000-Mark-Sperre“ Salzburg an empfindlicher Stelle: Der traditionell hohe Anteil an deutschen Besuchern drohte dadurch wegzubrechen. Außerdem wurden die im Austrofaschismus dezidiert entlang einer gegen Deutschland gerichteten "Österreich-Ideologie“ geführten Festspiele von nationalsozialistischen Bombenanschlägen heimgesucht und mit salzburgfeindlichen Nazi-Flugblättern


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