Neue Bücher

Die Dummheit der Meute und die Intelligenz der Tiere

Feuilleton | aus FALTER 32/13 vom 07.08.2013

Die Poster im Internet geben ihren Senf auch zu Dingen, von denen sie nachweislich keine Ahnung haben. Unter dem Deckmantel des Pseudonyms lässt es sich vortrefflich ätzen. Und von der Beschimpfung Einzelner bis zum Shitstorm braucht es durch den Verstärker Social Media nur ein paar Klicks. Der taz-Korrespondent Arno Frank versucht in Band 2 aus der neuen, feinen Reihe "Intelligent leben“ von Kein & Aber, das Monströse dieses Vorgangs zu vermessen. Das erklärte "Pamphlet“ zeichnet sich aber durch zurückhaltende Argumentation aus. Franck geht bis zu den Hexenverbrennungen zurück, als der Begriff der öffentlichen Meinung (damals noch lateinisch: Persuation) auftauchte. Canetti, McLuhan und Alain Badiou dienen ihm u.a. als Gewährsmänner. Mit Letzterem fordert er statt staatliche Regeln eine "sittliche Disziplin“, ein Zensieren seiner selbst nach dem Motto "Die Meute ins Leere laufen und das Raubtier in uns verhungern lassen“. KB

Arno Frank: Meute mit Meinung. Über die Schwarmdummheit.


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