Theater für Opa

Feuilleton | Festspielbesuch: Jürg Stenzl (Oper), Wolfgang Kralicek (Schauspiel) | aus FALTER 32/13 vom 07.08.2013

In der Oper passen Musik und Szene nicht zusammen, im Theater wird zu viel gekuschelt: Eindrücke von den Salzburger Festspielen

Die Opera seria "Lucio Silla“ hat der 15-jährige Mozart 1772 für Mailand komponiert. Opera seria bedeutet lange Arien ohne Handlung für virtuose Sänger und ebenso lange Rezitative für die Handlung. Was an dieser Oper lange als Mozart-typisch gelobt wurde, hat sich mittlerweile als zeittypisch erwiesen. Mozarts Eigenes können Historiker allenfalls in Details wie der Orchesterbehandlung erkennen.

Der Dirigent Marc Minkowski und sein Regisseur Marshall Pynkoski wollen "die Modernität dieses frühen Werkes durch Rückführung auf die historische Inszenierungspraxis vorführen“. Dann würde "Lucio Silla“ allerdings länger als Wagners "Lohengrin“ dauern. Also lässt Minkowski seinem Temperament freien Lauf, die vielen Allegro-Arien sausen nur so vorbei und werden, historisch korrekt, an der Rampe vorgetragen. Dafür fand er mit Olga Peretyatko (Giunia),


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige