Stadtrand Urbanismuskolumne

Jö schau: a Nackerter im Hawelka

Stadtleben | aus FALTER 32/13 vom 07.08.2013

Es ist heiß, und die Leute machen sich nackig. Das Ausziehen folgt einer gewissen stringenten Logik, okay. Schräg wird’s allerdings, wenn mitten in der Wiener Innenstadt Männer in Unterhosen im Billa stehen oder Frauen oben ohne in öffentlichen Parkanlagen sonnenbaden. Warum nicht ins Schwimmbad gehen? Oder an irgendeinen Stadtstrand fahren? Ist ja schließlich nicht so, dass die Donauinsel so weit weg vom Schuss wäre. Oder ist es prüde, sich probate Kleidung in der Stadt zu wünschen? Also heiß, schön und gut, aber gerade wenn man schwitzt, macht eine Textilumhüllung Sinn, so zu sehen bei diversen Wüstenvölkern und eigentlich sämtlichen Völkern, die in heißen Klimazonen leben. Die laufen erstaunlicherweise alle nicht nackt durch die Gegend. Nur wir Nordeuropäer haben diesen Tick: je nackter, desto nördlicher die Herkunft, könnte man fast schon als Faustregel aufstellen. Briten zum Beispiel: ein paar Sonnenstrahlen, und schon fallen die T-Shirts.

Wenn wenigstens die Körper darunter halbwegs schön wären. Sind sie aber meistens nicht. Also bitte angezogen bleiben! F


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