" Der Großteil der Menschen wohnt nicht, sondern lebt in Unterkünften!“

Interview: Maik Novotny | Stadtleben | aus FALTER 32/13 vom 07.08.2013

Harry Glück hat in Wien Tausende von Wohnungen gebaut. Der Architekt über sein Lebenswerk und darüber, was Alt-Erlaa mit Hölderlin zu tun hat

Gerade mal 33 Jahre ist er alt, der verspiegelte Bau an der Rathausstraße, und schon ist sein Ende so gut wie besiegelt: Das Rechenzentrum der Stadt Wien zog vergangenes Jahr an den Stadtrand, der Altbau, 1980 eröffnet, steht seither leer. Momentan läuft ein offener Wettbewerb für den Standort, dessen Ergebnisse im Herbst präsentiert werden sollen.

Beim Bundesdenkmalamt sieht man keine Veranlassung, den Bau unter Schutz zu stellen, denn der maßgebliche Beitrag seines Architekten zur Baugeschichte, so Friedrich Dahm, Landeskonservator für Wien, auf Anfrage des Falter, liege ohnehin im Wohnbau.

Der Architekt ist Harry Glück, 88, und sieht das ziemlich ähnlich. Gelassen blickt er auf ein enormes Œuvre an Wohnbauten zurück, darunter einen der bekanntesten in Wien überhaupt: Der anfangs umstrittene und heute als geglücktes Beispiel großer

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