Pfotenruhe

Stadtleben | Reportage: Katharina Seidler | aus FALTER 32/13 vom 07.08.2013

Von wegen Tierkörperverwertung: Echte Tierfreunde bestatten Hund und Katz

Das frischeste Grab erkennt man sofort: Es ist überhäuft mit Blumen, am Grabstein lehnt ein Abschiedsgedicht auf laminiertem Papier. "Nie vergessen, mein Dicker“ steht auf einer Schleife, die Blumen sind in Knochenform gepflanzt. Kürzlich hat hier eine Familie von ihrem Hund Moritz Abschied genommen. 16 Jahre lang hat er sie begleitet, steht auf dem Papier. Das ist klar: So einen Freund überlässt man doch nicht der Tierkörperverwertung zur Weiterverarbeitung zu Tiermehl.

"Manche trauern um ihr Haustier mehr als um Menschen“, sagt Hermann Hahner, der Geschäftsführer des städtischen Tierfriedhofs bei der Simmeringer Hauptstraße. "Oft kann man das auch nachvollziehen.“ Hahner kennt sich aus mit Verlust. 30 Jahre lang hat er als Beerdigungsleiter für alle 46 Wiener Friedhöfe gearbeitet. Jetzt ist er also für tote Tiere und ihre Hinterbliebenen zuständig.

Hahner ist um die 50, kräftig und sehr freundlich.


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