Hipster, die auf Zombies reiten

Stadtleben | Bericht: Philip Gaspar | aus FALTER 32/13 vom 07.08.2013

Je älter das Rad desto hipper. Experten sagen, worauf man beim Kauf achten muss

Fashionables Anderssein kostet manchmal nicht viel. Da hat sich ein Hipster auf dem Falter-Fahrrad-Flohmarkt in ein silbergraues Hercules Roadster Baujahr ’78 verliebt. Für 35 Euro sitzt sein Hintern jetzt auf einem Stück Radgeschichte. Er holt sich damit Falafel mit Humus und Mangosauce beim Naschmarkt und fährt zu den Konzerten der Band, die noch niemand kennt.

Was der Hipster nicht weiß: der Rahmen seines Rads ist zu klein, der Reifendruck zu niedrig und sein aufgebauter Gepäckträger verdoppelt die Federmasse. Man spürt jedes Schlagloch und nach ein paar Wochen schmerzen Rücken und Handgelenke. Enttäuscht lässt der Hipster sein Vintage-Rad im Keller stehen und steigt wieder um aufs gewöhnliche Citybike.

Alte Räder sind stilvoll. Und angesagt. Und unbewusst holt man sich damit einen Zombie ins Leben. Zombie, so nennt Franz Reinthaler Fahrräder, die eigentlich nicht mehr fahren sollten. Reinthaler


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