Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Glutenfreies Bier

Glutenfreies Bier schont den Magen, aber kaum den Gaumen

Stadtleben | aus FALTER 32/13 vom 07.08.2013

Das Angebot für Menschen, die keine Gluten essen können respektive wollen, ist mittlerweile groß. Kurz zur Erinnerung: Gluten ist der Eiweißkleber, der nicht nur im Weizen, sondern auch in den meisten anderen Getreidesorten vorkommt, mit Ausnahme von Hirse, Mais und Konsorten. Die Umstellung auf eine glutenfreie Ernährung bringt zunächst viele Entbehrungen mit sich. Aber die schwerste Entbehrung stellt für manche von Zöliakie oder Sprue Betroffene sicherlich der Verzicht auf handelsübliche Biere dar.

Mittlerweile haben sich die Bierhersteller auch auf diese marginale Zielgruppe eingestellt. "Beer up“ nennt sich ein aus Hirsemalz bestehendes Getränk, gebraut im bierbekannten Grieskirchen. Es ist für Menschen, die mehr auf einen säuerlich-süßlichen Geschmack Wert legen.

Für das glutenfreie Bier von Neumarkter Lammsbräu, das es auch in der alkoholfreien Variante gibt, wird erstaunlicherweise Gerstenmalz verarbeitet, das eigentlich von Natur aus Gluten enthält. Durch ein spezielles Verfahren wird dem Bier am Ende der Eiweißkleber entzogen. Etwas dichter im Geschmack kommt es daher, säuerlich rinnt es den Gaumen runter. Das aus Hirse bestehende Schnitzerbräu aus Offenburg hat bei dieser kleinen Testreihe noch am ehesten überzeugt. Wenig säuerlich, dicht, dafür etwas süßlicher im Abgang. Oje. Jetzt redet man über Bier schon wie über Wein. Das sollte man sich gar nicht angewöhnen. Was man von diesen Bieren leider auch behaupten muss. Die Suche geht dennoch weiter. MS


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