Die gelandtmannte Meierei


Lokalkritik: Florian Holzer
Stadtleben | aus FALTER 32/13 vom 07.08.2013

Der Kronprinzenpavillon in Schönbrunn wurde Teil des Kaffeehaus-Imperiums

Das ist jetzt ein bisschen ambivalent. Denn einerseits kann man natürlich nichts dagegen haben, dass die Meierei im Kronprinzengarten, dieser malerische, so wunderbar versteckte, damit auch kaum frequentierte und über die Jahrzehnte als Schönbrunn-Geheimtipp funktionierende Cafépavillon, jetzt ganz neu und frisch und proper ist.

Andererseits war es hier eben genau deshalb immer so super, weil hier gar nichts neu und frisch und proper war, sondern im Gegenteil altmodisch, verschlafen und 1950er-Jahre-gestrig. Und weil man hier von dem Millionen-Besucher-Theater ein paar hundert Meter weiter so überhaupt gar nichts mitbekommen hat, sondern da einfach nur relativ unbehelligt sitzen konnte, Toast oder Würsteln aß, deren Teller auf dem Silbertablett serviert wurde, schlechten Kaffee trank und auf diese seltsamen begrünten Becken schaute und sich fragte, ob da vielleicht mal Wasser drin war.

Die besinnliche Aura des

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