Beisl Der steirische Gourmet

Die Bürde einer Institution

Steiermark | Beisltest: Günter Eichberger | aus FALTER 32/13 vom 07.08.2013

Muckis Weinstube hieß, als wir sie vor 30 Jahren kennenlernten, noch Mucki Nekrepp. Mittlerweile heißt sie Franziskanerkeller und die Wirtin Carmen Horvath. Die Institution auf dem Kapaunplatz, stadtbekannt für ihr Gulasch, schien durch manchen Pächterwechsel schon gefährdet. An der Küchenlinie hat sich nichts geändert, und vielleicht liegt darin das Problem, denn bodenständige Kost bieten in unmittelbarer Nähe auch zwei andere Lokale.

Die Leberknödelsuppe (€ 3,30) ist riesig, der Monsterknödel leider ein wenig hart. Die tadellose Saure Sulz (€ 3,60) könnte eine Hauptspeise sein, hier geizt man nicht mit seinen Vorräten. Durch ein Missverständnis wird das halbe Backhendl (€ 7,80) mit Haut serviert. Die Panier ist zu dunkel, das Fleisch von guter Qualität. In seiner Glanzzeit war das Mucki-Gulasch (€ 7,80) majoranlastig, der Saft schwarzbraun. Nach wie vor ist das Rindfleisch vom Wadschinken, der dünne Saft wirkt allerdings, als sei er separat gekocht. Und die Faustregel, gleich viel Fleisch wie Zwiebel zu nehmen, wird nicht befolgt. Der Marillenkuchen (€ 2,90) hat viel flaumigen Teig, aber wenig Frucht. Der Sauvignon von Wohlmuth um bescheidene 3,20 Euro ist eine anhaltende Freude.

Resümee

Es ist schwer, eine Institution zu sein und zu bleiben. Vor lauter Bodenhaftung kommt man nicht recht vom Fleck; die gute Lage hilft da wenig. F

Franziskanerkeller Kapaunplatz 5, 8010 Graz,

Tel. 0316/83 93 38, Mo-Sa 10-22 Uhr


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