Kommentar Wahlprogramm

Grundrecht auf Pornos? Die ÖVP und ihre bizarre Netzpolitik

Falter & Meinung | Ingrid Brodnig | aus FALTER 33/13 vom 14.08.2013

Die ÖVP will sich als Internetpartei positionieren. Allein: Das klappt hinten und vorne nicht. Vergangene Woche erschien die Nachricht, dass die Schwarzen über sogenannte "Pornofilter“ nachdenken. Zum Schutz von Kindern könnten künftig Webseiten mit sexuellen Inhalten gesperrt werden. Pornos schauen darf dann nur mehr, wer seinem Internetprovider zuerst beweist, dass er mindestens 18 Jahre alt ist, und sagt, dass er solche Filmchen konsumieren möchte. Daraufhin wird man freigeschaltet.

Das klingt dystopisch, Großbritannien will ab Ende 2013 aber tatsächlich ein derartiges System einführen, und auch ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch beobachtet dieses Vorhaben laut Presse "mit größter Aufmerksamkeit“.

Natürlich: Es ist schlimm, wenn bereits Kinder online Hardcore-Videos ansehen und ein komplett verzerrtes Bild von Sexualität bekommen. Doch eine pauschale Sperre birgt Risiken: Derartige Zensursoftware lädt dazu ein, missbraucht zu werden.

Manche Staaten haben zum Beispiel Zugangssperren


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