Kolumne Außenpolitik

Snowden, USA und Europa: ein neuer Fall mit altem Muster

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 33/13 vom 14.08.2013

Der amerikanisch-russische Streit um Edward Snowden ist grotesk: Jahrzehnte haben die beiden Mächte einander bespitzelt, unterminiert und bekriegt. Zehntausende Agenten waren im Kalten Krieg auf den jeweils anderen angesetzt. Es gab Bestechung, Verrat und Mord.

Ernsthafte Auswirkungen auf die Weltpolitik haben Spionageskandale nie gehabt. Es herrschte fast das Gefühl eines ritterlichen Respekts für das Gegenüber, wenn ein Coup gelungen war. Man besiegelte den kalten Frieden mit einem Gefangenenaustausch. Zuletzt wurde Anna Chapman, die es als sexy High-Society-Agentin 2010 zum Medienstar brachte, kurz nach ihrer Verhaftung in den USA ins Flugzeug nach Moskau gesetzt. Im Fall Snowden ist die Nervosität in Washington ungleich größer. Er ist ein politisches Problem. Das US-Justizministerium beschuldigt den Techniker der Spionage. Grundlage ist ein Gesetz aus dem Ersten Weltkrieg, das gegen Kontaktleute deutscher U-Boot-Besatzungen gedacht war, die Saboteure absetzen wollten. Aber die


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