Am Apparat Telefonkolumne

Rufen Sie zur Vernaderung auf, Herr S.?

Politik | aus FALTER 33/13 vom 14.08.2013

Wenn es ums Parken geht, geht es in Wien schnell rau zur Sache. So versetzte die Wiener in den vergangenen Monaten kaum ein Thema in größere Aufregung als der Streit um die Ausweitung der Kurzparkzonen. Nun haben Philipp K. und Alexander S. eine neue Front im Kampf ums Parken eröffnet. Auf ihrer Internetseite falschparker.cc können Falschparker in Wien schnell und einfach beim Magistrat angezeigt werden. S., gelernter Bürokaufmann, erzählt, warum die Seite entstand.

Herr S., warum wollen Sie, dass die Wiener sich gegenseitig anzeigen?

Uns ging es nie darum, zur Vernaderung aufzurufen. Unsere Internetseite ist das Ergebnis jahrelanger Parkstreitereien in der Wienerberg City, wo wir wohnen. Viele Leute parken dort aus Faulheit prinzipiell auf dem Gehsteig, wenn sie kurz zum Bäcker oder zur Trafik gehen. Wenn man sich bei ihnen darüber beschwert, dass die Frauen mit den Kinderwägen deshalb auf die Straße ausweichen müssen, hängen sie einem nur ein blödes Mundwerk an. Irgendwann ist es uns Anrainern einfach zu bunt geworden; ich möchte gar nicht wissen, wie viele Rollstühle ich schon über die Straße geschoben habe wegen dieser Falschparker.

Ihre Seite ist erst seit wenigen Tagen online. Zufrieden mit dem Erfolg?

Wir hätten niemals mit so starker Resonanz gerechnet. Im Schnitt wird die Seite jede halbe Stunde 150-mal angeklickt. In der Gratiszeitung Heute berichteten sie sogar groß auf dem Cover über uns.

Und wie viele Leute wurden über Ihre Seite bereits angezeigt?

Das wissen wir nicht so genau, weil wir aus datenschutzrechtlichen Gründen keinen direkten Zugriff zum Inhalt der Anzeigen haben. Ich kann nur sagen, dass über unsere Seite bereits ein paar Falschparker beim Magistrat registriert wurden.

Anruf: wolfgang zwander


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