Zwischen Friedhof & Tanzboden

Feuilleton | Porträt: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 33/13 vom 14.08.2013

Seit 20 Jahren überzeugen Franui mit einer vitalen Fusion von Klassik und Folklore. Den Geburtstag feiern sie mit einem Festival im Heimatdorf Innervillgraten

Den Bergmenschen Westösterreichs wird eine gewisse Sturheit nachgesagt. Das Osttiroler Dorf Innervillgraten, gelegen auf 1400 Metern Seehöhe, liefert dafür erstaunlich reichhaltiges Anschauungsmaterial: Der Fall von Selbstjustiz, bei dem 1982 ein Jäger kurzerhand einen lästigen Wilderer erschoss, beschäftigt den vagabundierenden Kulturwissenschaftler Roland Girtler bis heute.

Generell hat man es da oben nicht so mit Leuten, die einem etwas vorschreiben wollen. In der Nazizeit galt Innervillgraten als Widerstandsnest, bei der Abstimmung über den Anschluss an Hitlerdeutschland 1938 hatte die Gemeinde mit 73,7 Prozent österreichweit immerhin die wenigsten Ja-Stimmen.

Ja, nicht einmal die heute allerorts zu beobachtende Abwanderung aus dem ländlichen Raum will in Innervillgraten funktionieren. "Die Leute gehen nicht weg“, sagt


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