Buch der Stunde

Apokalyptisches Gevögel und tote Regenbögen

Feuilleton | aus FALTER 33/13 vom 14.08.2013

Am Anfang sind es nur ein paar Stromausfälle, die immer dann auftreten, wenn eine junge Dame namens Marina dem Geschlechtsakt nachgeht, vögelt, fickt. Dann folgen Überschwemmungen und einstürzende Städte. Die Österreicherin Cordula Simon schildert in "Ostrov Mogila“, ihrem zweiten Roman, eine Apokalypse, die während ihrer Entstehung aus der uns bekannten Realität in eine Fantasie- und Fabelwelt kippt; ganz so, als hätten sich mit dem Ende unserer Welt auch die irdischen Gesetze verabschiedet:

Kaum ist die Welt geflutet, treffen Riese und Drache einander im Kirchenschiff, kopulieren Einhörner mit Frauen, wird die Menschheit auf einen Status quo ante der Zivilisation zurückgeworfen, in dem die einzige Versorgungsmöglichkeit im Tauschhandel besteht.

In jedem Kapitel wird die Situation eines anderen Überlebenden aus der Ich-Perspektive erzählt, und jede Geschichte ist mit den Erfahrungen der vorhergehenden Person verflochten, sodass die Figuren des Romans in einem unermüdlichen


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