Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (127)

Stadtleben | aus FALTER 33/13 vom 14.08.2013

Herr H. geht "nur in Ausnahmefällen“ bei Rot über die Straße und stellt folgende Frage: Was tun, wenn auf der anderen Straßenseite jemand brav mit Kind an der Hand wartet? Wie sehr ist man verpflichtet, ein gutes Vorbild zu sein?

Werter Herr H., Ihre Frage zeigt: In Wahrheit wissen Sie ja, wie der Hase läuft, nämlich dass man Kindern ein Vorbild im Straßenverkehr zu sein hat. Zumindest wenn sie unmittelbar vor einem stehen. Für Ihr Gewissen scheint es längst beschlossene Sache zu sein, nur Ihr Kopf rebelliert noch dagegen. Warum? Was verlieren Sie tatsächlich, wenn Sie an einer roten Ampel warten - wenigstens in den seltenen Momenten, wenn Sie von Kindern beobachtet werden? Es geht um fünf Minuten Lebenszeit, wenn es böse hergeht, vielleicht zehn. So einem Kind hingegen kann ein leuchtendes Vorbild im Straßenverkehr tatsächlich das Leben retten. So blöd das auch klingt.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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