Kolumne  

In Ägypten wird der Arabische Frühling zu Grabe getragen

Außenpolitik

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 34/13 vom 21.08.2013

Es liegt in der Natur des Militärs, dass Putsche in der Regel nicht unblutig verlaufen. Doch selbst in der Geschichte der Umstürze ist das Massaker in Ägypten erschreckend brutal. Nicht nur wegen der 1000 Toten.

Von den Panzern erdrückt wurde auch die Hoffnung, dass sich nach dem Sturz der arabischen Diktaturen funktionierende Demokratien entwickeln - auch im unwirtlichen Umfeld islamischer Gesellschaften, in deren Kultur die Trennung zwischen Religion und Staat noch nicht vorgesehen ist.

Das Experiment ist vermutlich für längere Zeit gescheitert. Den Preis zahlen in erster Linie die Ägypter, aber auch wir. Man denke nur an die Flüchtlinge, die sich über das Mittelmeer in die EU zu retten versuchen.

Der internationale Druck auf die Generäle könnte eine Rückkehr zu einem Anschein demokratischer Institutionen erzwingen. Doch die unglaubliche Dynamik, die der Arabische Frühling entfesselt hatte, ist vorbei. Versagt haben alle Akteure.

Selbst überzeugte Vertreter der Demokratiebewegung


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