"Die Seele stand immer auf der richtigen Seite“

Politik | Interview: Barbara Tóth, Armin Thurnher | aus FALTER 34/13 vom 21.08.2013

Sommer-interviews, Teil 5 Kanzler Werner Faymann über seine Rolle in Europa und die Todsünde Eitelkeit

Werner Faymann ist im Wahlkampfmodus. Konzentrierter Blick, fester Händedruck, immer ein leichtes Lächeln auf den Lippen. Wie auf den Wahlkampfplakaten. Über Todsünden aber mag er nicht sprechen. Das zeigt sich, als der Falter seine erste Frage stellt: Der Kanzler kann auch ganz schön finster dreinblicken. Erst beim Thema Europa hellt sich seine Miene wieder auf.

Falter: Herr Faymann, die gefährlichste Todsünde für Spitzenpolitiker ist die Eitelkeit. Nicht wahr?

Werner Faymann: Das ist zumindest nicht falsch.

Sind Sie eitel?

Faymann: Das sollen andere beurteilen. Ich selber würde mich nicht so sehen.

Wie lange brauchen Sie in der Früh vorm Spiegel?

Faymann: Am längsten zum Rasieren.

Denken Sie oft über die Gefahren der Eitelkeit in der Spitzenpolitik nach?

Faymann: Man soll so sein, wie man ist. Jemand, der wirklich hochmütig ist, käme ohnehin nicht in die Spitzenpolitik oder würde


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