Das KZ im Grätzel

Politik | Bericht: Roman Fröhlich | aus FALTER 34/13 vom 21.08.2013

Auch in Wien gab es Konzentrationslager - an die sich heute fast keiner mehr erinnert

Im Sommer 1943 wendet sich einer der SS-Topmanager des "Großdeutschen Reichs“, der Österreicher Georg Meindl, an SS-Chef Heinrich Himmler. Meindls Begehr: Er will 2000 KZ-Häftlinge, die im Großraum Wien für verschiedenste Arbeiten eingesetzt werden sollen.

Himmler erfüllt ihm den Wunsch; und so beginnt nur zwei Wochen später die bis Kriegsende dauernde Beschäftigung von tausenden KZ-Häftlingen in "Groß-Wien“. Wer heute das Wort Konzentrationslager hört, denkt an Auschwitz und Dachau, an Mauthausen oder Gusen. Dass es aber auch auf Wiener Boden KZs gegeben hat, weiß fast niemand mehr. Zwar haben sich mancherorts kleine, private Initiativen gebildet, um dieses dunkle Vermächtnis zu bewahren. Von öffentlicher Seite wird aber nur wenig dafür getan.

KZ-Häftlinge waren ab Sommer 1944 in Wien und in Schwechat ein alltäglicher Anblick. Im Reichsgau "Groß-Wien“ kam es zu größeren Ansiedelungen


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