Mediaforschung  

Wollen Sie mit Ihren Plakaten die SPÖ mobben, Herr Rausch?

Verführungskolumne

Medien | Julia Seidl | aus FALTER 34/13 vom 21.08.2013

Man könnte meinen, es sei Absicht. Frank, H.-C., Werner & Co - sie alle haben zurzeit ihre Wahlplakate in Wien verteilt. "Liebe deinen Nächsten“ oder "Arbeit. Bildung.“ ist zum Beispiel darauf zu lesen - und gleich daneben hängen weiße Plakate mit großer schwarzer Schrift, die ihnen zu antworten scheinen: "Vergiss es.“, "Zu schwer.“, "Nie im Leben.“ Zufall?

Lange Zeit wurde unter Verschluss gehalten, wer hinter der Aktion steckt. Fotos wurden auf Twitter verbreitet, bis irgendwann Spekulationen hochkamen, die Mobilfunkfirma Drei habe ihre Finger im Spiel. Und tatsächlich.

Montagvormittag bestätigte der Konzern die Gerüchte offiziell. "Allerdings“, meint Christian Rausch, Marketingchef bei Hutchison 3G Austria, "war es keine Absicht, dass die Plakate andere schlechtmachen.“

Die neue Kampagne nehme den Österreich oft nachgesagten Negativismus aufs Korn, sagt Rausch, und wolle kommunizieren, dass Drei die Welt ganz besonders positiv sieht. Grund für die Plakatreihe ist die Fusionierung der beiden Mobilfunkanbieter Drei und Orange. Entwickelt wurde sie von der Werbeagentur Hello AG.

Es sei lediglich ein lustiger Zufall, dass die Plakate perfekt zum aktuellen Wahlkampf passen und teilweise neben Wahlplakaten hängen, erklärt der Marketingchef. Apropos Kampf: "Wir wissen zwar, dass es eine Heerschar an A1-Kunden gibt, die nie wechseln werden, aber allen anderen bieten wir eine Alternative.“ Aber, aber, Herr Rausch, bitte nicht so negativ!


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