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Wissenschaft und Esoterik

Feuilleton | aus FALTER 34/13 vom 21.08.2013

Mit dem Willen eine Tasse verrücken: Dieser Akt reinen Voluntarismus erstaunte die Menschen des 19. Jahrhunderts, deren Glaube an das wissenschaftlich Machbare mit der Sehnsucht nach dem Übersinnlichen einherging. Die russische Schriftstellerin Helena Petrowna Blavatsky (1831-1891) gehörte zu jenen Figuren, die in der Hochzeit des Positivismus das Reich der Geister vermaßen. Aus Versatzstücken unterschiedlicher Religionen schuf sie eine Lehre, die die Erklärung aller Welträtsel versprach. Ihr Einfluss auf den Okkultismus, von Rudolf Steiner bis Wassily Kandinsky, ist immens, und den Biografinnen ist es gelungen, ihr mythenumranktes Leben auf den Boden der Tatsachen zu stellen. Aus dem Hochadel stammend, hielt sich die Kettenraucherin an keine Etikette, schuf ein umfangreiches schriftstellerisches Werk, das angeblich von Meistern aus dem Jenseits diktiert wurde. Zum ersten Mal wird in diesem Buch deutlich, wie groß Blavatskys Einfluss auf indische Intellektuelle war. MD

Keller, Sharandak:


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