Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 34/13 vom 21.08.2013

Pop

Travis: Where You Stand

Um 2000 stand der gefühlige, etwas grüblerische Ansatz von Fran Healy und Freunden kurz im Zentrum des Britpop. Nach einigen Jahren Pause und einem untergegangenen Soloalbum des Frontman klingen diese guten Menschen um die 40 nun so aus der Zeit gefallen, wie sie es vermutlich immer schon waren. Sie lassen Dream Pop, Neo-Psychedelik und alles andere, was zuletzt im Pop passiert sein mag, links liegen und machen mit ihren freundlich gestimmten Gitarren und Pianos einfach weiter, wo sie aufgehört haben. Nett im guten Sinne. (Red Telephone Box) SF

Pop

Washed Out: Paracosm

Vor einiger Zeit geisterte der Begriff "Chillwave“ durch die Musikblogs. Gemeint war damit nette Plätschermusik zwischen Beach-Boys-Verehrung, Indie-Schwelgerei und Synthiepop-Heimwerkertum. Ernest Greene alias Washed Out galt als Held der Szene, die keine war. Als er endlich sein Debüt veröffentlichte, hatte sich Chillwave schon wieder erledigt. Album Nummer zwei beginnt und endet mit Vogelgezwitscher und bietet sehr angenehme, aber auch sehr unauffällige Musik von großer Gefälligkeit. Nichts stört, aber hängen bleibt auch kaum etwas. (Weird World) GS

Global

Orchestre Poly-Rythmo: The Essences of Afro Funk

Wer in die Welt des Afrobeat eintaucht, der hat viel zu entdecken. Auch abseits bekannter Namen wie Fela Kuti brodelte es speziell in den 1970ern in halb Afrika. Zu den schärfsten Combos zählte das inzwischen als würdige Altherrenpartie reaktivierte Ensemble Orchestre Poly-Rythmo de Cotonou aus Benin. Dieses Album mit Archivfunden aus 1969-1980 zeigt es auf der Höhe seines Schaffens. Die Rhythmusgruppe funkt so knochentrocken wie beseelt, die Gitarren weinen auch mal zart, hypnotische Orgelklänge und effiziente Bläser machen den Sack zu. (Analog Africa) SF


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