Stadtrand 

O du liebe Maria, hilf der Mariahilfer Straße!

Urbanismuskolumne

Stadtleben | aus FALTER 34/13 vom 21.08.2013

Birgit Wittstock besuchte die neue Fußgängerzone Mariahilfer Straße

Wien ist die Stadt der Gemütlichkeit und der Gewohnheit, und wann immer hier etwas neu ist, entsteht Chaos. So gesehen in den ersten Tagen der neuen Fußgängerzone Mariahilfer Straße: Während die einen mit Decken und Bier mitten auf der Straße picknickten und die neue Auto-Freiheit des öffentlichen Raums zelebrierten, sah man verzweifelte Autofahrer stur neue Einbahnschilder missachten. Am Tag eins der neuen Fuzo schlenderten die Menschenmassen immer noch brav die Gehsteige entlang, kaum einer verirrte sich mal in die Straßenmitte, und immer wieder bogen Autos in die Mahü ein. Die Polizisten zeigten sich von ihrer geduldigen Seite; sie straften nicht und mahnten nur. Am Tag zwei wurde die Straße langsam von den Fußgängern beansprucht. Wo früher Verkehrslärm dröhnte, beschallten nun die Grünen die Einkaufsstraße mit Beats. Auf der Straße mischten sich Segways, Fahrräder, Flaneure und immer noch vereinzelte Autofahrer, die es einfach nicht wahrhaben wollten, dass sie hier nicht mehr fahren dürfen. Die Polizei mahnte weiterhin geduldig. Fragt sich nur, wie lange noch.


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