Die Balkonisierung der Stadt

Stadtleben | Bericht: Christopher Wurmdobler | aus FALTER 34/13 vom 21.08.2013

Vielleicht bringt die neue Bauordnung mehr neue Balkone für Wiener Altbauten

Die Wiener Bauordnung war bislang gar nicht das größte Problem, wenn sich Wohnungseigentümer den Traum vom Draußensitzen erfüllen wollten: einen nachträglich an die Fassade gehängten Balkon. In vielen Fällen war es einfach die Wiener Mentalität, die die Vorhängebalkonverfahren erschwerte. Zur baupolizeilichen, denkmal- und stadtbildschützerischen Genehmigung benötigen Balkonbauherren oder -frauen nämlich auch die schriftliche Einverständniserklärung aller Miteigentümer des betreffenden Wohnhauses; die direkten Anrainer müssen ebenfalls ihr Okay geben. Und irgendwer hat immer etwas einzuwenden. Oder gönnt dem Nachbarn seinen Freisitz nicht, je nachdem.

Das erzählt zumindest Clemens Mayer. Der Wiener Architekt hat vor sieben Jahren mit einem Partner das Unternehmen Easybalkon gegründet und seither mehr als 400 Wohnungen nachträglich mit Balkonen ausgestattet. Mayer muss selbst lachen, wenn er


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