Land sucht Arzt

Arztbesuch: Donja Noormofidi | Steiermark | aus FALTER 34/13 vom 21.08.2013

Landärzte gehören zu einer bedrohten Spezies. Über den Alltag zwischen Notfällen und Ohrenausputzen

Das Wochenende sitzt Ernst Huber noch sichtlich in den Knochen. Von Samstag auf Sonntag läutete um ein Uhr nachts das Telefon, Huber wurde in einen 22 Kilometer entfernten Ort zu einer Frau gerufen, die unter einem schweren Zuckerschock litt. Kaum war er wieder zu Hause, kam der nächste Anruf: Ein junger Mann war auf dem Rückweg von einem Feuerwehrfest mit seinem Auto in einen Baum gekracht. Huber rückte aus, versuchte gemeinsam mit den Rettungskräften eine Stunde lang den jungen Mann zu reanimieren - leider vergeblich. Huber ist meist der erste Arzt am Unfallort, häufig sind es Holzarbeiter- oder Motorradunfälle, und die haben es in sich. Das nächste Krankenhaus ist 40 Minuten entfernt.

Ernst Huber ist Landarzt in Weißenbach an der Enns im obersteirischen Bezirk Liezen. Das Örtchen liegt idyllisch zwischen Wäldern und Bergen, aber auch weit vom Schuss. Immer weniger junge Ärzte

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