Beisl  

Das gefährdete Meereskalb

Der steirische Gourmet

Steiermark | Restauranttest: Günter Eichberger | aus FALTER 34/13 vom 21.08.2013

Nicht nur der Cirò bianco, auch der Wirt Elio Benincasa ist aus Kalabrien. Mit ausladenden Gesten wie in einer italienischen Komödie erzählt er, dass er schon seit 1992 in Graz ist und vorher das Amalfi hatte. Das Lokal führt er mit Frau Irmgard und Schwägerin Gabriele Walzl. Er bringt den riesigen Ombrina, einen Verwandten des Barschs, an den Tisch, damit man sich von seiner Frische überzeugen kann. Wir nehmen als Vorspeise dann doch lieber gratinierte Jakobsmuscheln in Semmelbröseln; auf die Bröseln ließe sich verzichten. Und als Hauptgang Vitello di Mare, das "Meereskalb“, das bei uns Heringshai heißt. Er ist fein mit Kräutern gedünstet und ganz zart.

Die Weißweinsauce schmeckt leider nicht nach Wein, sondern suppig. Dazu gibt es Polenta. Dass der Fisch aussieht wie ein Weißer Hai und womöglich deshalb zu den gefährdeten Arten zählt, haben wir da noch nicht gewusst. Samt Salat kostet das Vergnügen 26 Euro. Als Dessert eine Eistrüffel (€ 4,80): Eine Vanilleeiskugel wird in Kakao gerollt und in Espresso getränkt. Delikat. In der Vinothek lässt sich nicht nur Vino auswählen, es gibt auch Antipasti.

Resümee

Zu Recht gilt das Uni-Eno als eines der besten Fischlokale der Stadt. Und das bei moderaten Preisen. Dass wir uns aber unabsichtlich an der Ausrottung des Heringshais beteiligt haben, das schmerzt.

Uni-Eno, Restaurant, Vinothek, Heinrichstraße 51, A-8010 Graz, 0316/38 14 10, Mo-Fr 9-21, Sa 10-18 Uhr


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