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Falters Zoo | Julia Seidl, Christopher Wurmdobler | aus FALTER 34/13 vom 21.08.2013

Was wir total vergessen haben: Kay von Aspern zu fragen, ob das ein Künstlername ist. Andererseits macht der Mann keine Reklame für Stadterweiterungsgebiete, sondern wahnsinnig schöne Fotos von Wien und - vor allem! - den Menschen hier. Street-Photography nennt man das neuerdings, und wenn man Herrn von Asperns Aufnahmen nicht im Internet findet, findet man sie derzeit in der Leica-Galerie. Unter dem Titel "Randnotizen“ hat der Straßenfotograf eine Auswahl seiner besten Fotos zusammengestellt. Beziehungsweise wird Kurator Fabian Knierim auch ein bisschen mitentschieden haben. Und jetzt, pssst!, verraten wir noch etwas: Weitere schöne Asperns zeigen wir Ihnen demnächst hier im Falter. Dann fragen wir den Mann dann auch das mit dem Künstlernamen.

In der Musik stellt sich die Frage nach erfundenen Namen sowieso nicht. Neben diversen kreativen Verkleidungen (Teletubbie-, Stormtrooper- und Pinguinkostümen) hatten die Besucher des Frequency Festivals dieses Jahr wieder massenhaft Bier und Zigaretten im Gepäck - beziehungsweise intus. Auch das Line-up konnte sich sehen lassen: Die Band Tenacious D von den US-Schauspielern Jack Black und Kyle Gass trat zum ersten Mal in Österreich auf und duellierte sich auf der Bühne mit einem Roboter. Ebenfalls eine Premiere am Frequency: Der poetisch-melancholische Rockstar Nick Cave, der mit schwarz gefärbten Haaren und seiner Band The Bad Seeds einen starken Auftritt hinlegte und sich von seinen Zuschauern angreifen ließ. Noch zehn Minuten, nachdem die Techniker angefangen hatten, die Bühne zu räumen, stand eine Handvoll Fans dort und rief: "One last song!“ Leider vergebens.

So jung und schon Praterunternehmerin. Diese Woche eröffnete Anna Kleindienst die Vergnügungsanlage Aquagaudi (siehe auch Seite 33), eine Art Donau-Jump an der Stelle, wo mal der Donau-Jump stand, nur mit Amazonas-Wasser (naja ...) und Bambusbooten. Wieso man dann so einen eher bodenständigen Namen für die neue Praterattraktion wählte - immerhin geht es durch ein Maya-Dorf - haben wir allerdings auch vergessen zu fragen.

Endlich mal ein Mensch im Zoo: Bernhard Pleßberger ist Extremsportler und möchte Anfang Oktober beim "Jungle Marathon“ in Brasilien mitmachen. Deshalb trainiert der junge Mann jetzt jeden Freitag, Samstag und Sonntag (von 14 bis 18 Uhr) im Regenwaldhaus des Schönbrunner Tiergartens auf dem Ergometer. Der Marathon im Dschungel ist übrigens um einiges länger als der normale: 250 Kilometer. Aua.

Filmpremieren sind im Hochsommer selten, erst recht in Wien. So gesehen musste man über die "Busspur“ (so nennen wir hier neuerdings den roten Teppich) vorm Urania-Kino für "Feuchtgebiete“, der Verfilmung des Romans von Charlotte Roche. Die Autorin war auch höchstpersönlich in unser kleines Städtchen gekommen - gemeinsam mit Hauptdarstellerin Carla Juri gab man ein ausgesprochen schönes Duo ab. Nach dem Film durfte das Publikum fragen. Frau Roche lief mit dem Mikrofon durch die Reihen und nahm den Leuten die Angst: "Ich stinke nicht, ich habe mich gewaschen.“ Yeah.

E-Mail an den Zoo: zoo@falter.at


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