Nachrichten aus dem Inneren

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 35/13 vom 28.08.2013

Die Redaktion erklärt sich selbst

Das geht nicht, rief Christopher Wurmdobler mürrisch. Da ist nichts. Ich war dort, und wahrlich, alles, was geschrieben wird, ist nicht wahr. Aber die ganze Stadt ist in Aufregung!, riefen die Teilnehmer der Redaktionssitzung. Ihr wart eben nicht dort, entgegnete Wurme verdrossen. Es herrscht kein Chaos auf der Mariahilfer Straße, die Leute prügeln sich nicht, es ist eine medial angeheizte Aufregung, vor Ort ist alles ganz anders. Nachzulesen auf Seite 42.

Die Frage, was die Redaktion aufs Cover hievt, kann auf mehrere Arten entschieden werden. Erstens, es gibt keine Alternative. Zweitens, es gibt mehrere gleichwertige Alternativen. Drittens, der Chefredakteur trifft eine einsame Fehlentscheidung. Da Kollege Klenk ebenso wie Feuilletonchef Nüchtern urlauben und Kollege Wurmdobler die Mahü für ein hochgejazztes Unthema hält, trat Fall drei ein, gemildert durch die glänzende Illustration Daniel Matzenbachers, der nebenan vorgestellt wird.

Im Ernst: Die Coverentscheidung ist keine Fehlentscheidung (schließlich habe ja ich sie getroffen!), denn Gerard Mortier (Seite 28) sagt zwar sehr schöne Dinge über die Philharmoniker, die Kulturpolitik und die Salzburger Festspiele, Daniela Strigl hat gewiss eine glänzende Einschätzung des neuen Glavinic-Romans (Seite 38), aber der Wahlkampf quält uns nunmehr so intensiv, dass wir das doch mit einem Cover ausdrücken müssen. Beachten Sie also freundlicherweise die von den Kolleginnen Barbara Tóth, Nina Horaczek und Ingrid Brodnig zusammengestellten diesbezüglichen Informationen (Seite 14-16, 24-25).


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