Kolumne  Außenpolitik

Weißrussland? Kasachstan? Nein, Großbritannien


Raimund Löw
Falter & Meinung | aus FALTER 35/13 vom 28.08.2013

In welchem Film sind wir? Der Premierminister höchstpersönlich beauftragt seinen Kabinettschef, die weltweit angesehene liberale Tageszeitung des Landes zu schikanieren. Außenminister und Vizepremier sind informiert. Zwei Geheimdienstleute überprüfen, ob im Keller der Redaktion die richtigen Festplatten und Speichersticks demoliert werden. "Terrorgefahr“ ist der Übertitel der Aktion.

Die Geschichte spielt nicht in Weißrussland oder Kasachstan. Die malträtierten Computerteile sind auf der Homepage des britischen Guardian zu sehen. Die Zerstörung fand am 20. Juli 2013 im Londoner Redaktionsgebäude statt. Kabinettschef Jeremy Heywood hat die Verhandlungen geführt. Außenminister William Hague und Vizepremier Nick Clegg gaben ihr Okay.

Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger versichert, dass die Zerstörung folgenlos bleiben wird. Die Berichterstattung aus dem Geheimdienstmaterial des Aufdeckers Edward Snowden geht weiter. Kopien der gelöschten Dateien sind in Brasilien und an anderen

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