Das Team Stronach: Der Name ist Programm

Politik | aus FALTER 35/13 vom 28.08.2013

:: Am Wahlabend wird das Team Stronach gleichzeitig auch seinen ersten Geburtstag feiern können. Als Partei ist die vom austro-kanadischen Milliardär gegründete Bewegung ein seltsames Hybrid, das vor allem von der Lebensgeschichte und Authentizität Frank Stronachs zusammengehalten wird.

Obwohl Stronach viel Geld für seine Parteigründung einsetzte, konnte er sein Personal nur innerhalb der Unzufriedenen im Umfeld der FPÖ und des BZÖ rekrutieren. Das ist wohl auch seine größte Schwäche.

Ins orange-blaue Milieu passen auch seine Attacken gegen Korruption, Freunderlwirtschaft, die große Koalition und den Euro. Wenn das einfache Arbeiterkind über den Kampf gegen Armut spricht, fühlen sich gestandene Sozialdemokraten angesprochen. Sein Credo, keine neuen Schulden zu machen, gefällt wiederum Bürgerlichen.

Im österreichischen Parteienspektrum wird Stronach als Protestphänomen im Mitte-rechts-Spektrum eingeordnet. Bei den Landtagswahlen in Salzburg und Kärnten konnte er vor allem männlich Wähler jüngeren bis mittleren Alters und mittleren Einkommens ansprechen, als Koalitionspartner erwies sich das Team Stronach vor Ort bis dato als erstaunlich flexibel und unauffällig.

Im europäischen Kontext gehört das Team Stronach zur Gruppe der politischen Ad-hoc-Formationen, die die Zersplitterung der Parteienlandschaft begleiten, in Ansätzen vergleichbar mit dem MoVimento 5 Stelle Beppe Grillos in Italien oder Top 09 Karel Schwarzenbergs in der Tschechischen Republik. Ob sie sich halten, hängt vor allem von ihrem Gründer ab, dessen Ego das eigentliche Programm ersetzt.


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