Rollenspiel

Politik | Aufstellung: Barbara Tóth | aus FALTER 35/13 vom 28.08.2013

Jeder österreichische Wahlkampf hat eine bestimmte Rollenverteilung. Heuer sind einige neue Parts dazugekommen. Eine Auflistung

Der Amtsverteidiger

Wirbt in Wahlkampfzeiten mit Verantwortung, Ruhe, Seriosität. Als Regierender moderiert er bevorzugt den Stillstand. Werner Faymann plakatiert "Stürmische Zeiten. Sichere Hand“ und nimmt Anleihen bei François Mitterrands "La force tranquille“ (1981) ebenso wie bei Gerhard Schröders "Politik der ruhigen Hand“ (2001/2002).

Der Herausforderer

Eben noch Vizekanzler, jetzt Angreifer, der Nummer eins werden will. Im Grunde ein tragischer Part, diesmal gegeben von Michael Spindelegger.

Der Rechtsaußenseiter

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache glänzt immer dann im Rampenlicht, wenn er sich als Märtyrer oder im Zweikampf abbilden kann. Beide Rollen sind in diesem Wahlkampf noch nicht in Sicht. Gut so.

Der Schlachtenbummler

Dafür kriegt Frank Stronach mehr Aufmerksamkeit, als ihm gebührt. Er ist das Enfant terrible der heurigen Wahl.

Die Nebendarstellerin

Sie beherrscht ihren Part perfekt. Nur die großen Erwartungen, die erfüllt sie am Ende dann nicht. Mal sehen, ob Eva Glawischnig für die Grünen heuer mehr herausholt.

Im Abgang

Josef Bucher und das BZÖ.

Neu im Ensemble

Die Neos und die Piraten. Abonniert auf ein kurzes Gastspiel.

Souffleusen

Claus Pándi und Peter Gnam, die beiden Innenpolitikjournalisten der Kronen Zeitung. Was ihnen geflüstert wird, machen sie in Eigenregie zu Schlagzeilen - um dann vergnügt zu beobachten, wer aller mitspielt.


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