Gefühlte Wahrheiten: wofür Parteien stehen (wollen)

Politik | Aufstellung: Barbara Tóth | aus FALTER 35/13 vom 28.08.2013

Wahlkampf ist auch ein Kampf der Marken. Wofür stehen Parteien? Wie sehen sie ihre Stammwähler, potenzielle Wähler und den Rest? Nur selten deckt sich die Binnenwahrnehmung (so sehen wir uns) mit der Außenwahrnehmung (so sehen uns die anderen). Mittels Umfragen versuchen Parteien, ihr Image klar abzugrenzen.

Was zeigt die Grafik?

Die dicke Linie zeigt, wie sich Parteien selber gerne sehen. Die Fläche zeigt, welche Kompetenzen den Parteien in Umfragen zugeschrieben wird.

Woher kommen die Daten?

Für diese Grafik fragte der Falter bei SPÖ, ÖVP und Grünen um aktuelles Datenmaterial an.

Im Wahlkampf leisten sich die größeren Parteien alle 14 Tage kleinere Umfragen, meistens mit einem Sample von 500 Befragten. Die Frage nach Kompetenzen, nach Werten des Spitzenkandidaten und die klassische Sonntagsfrage gehören zum Standardrepertoire. Veröffentlicht werden interne Umfragen eher selten, und wenn, nur dann, wenn das Ergebnis im Interesse der Partei ist.

Aus der Vielzahl der Umfrageergebnisse suchten wir uns die spannendsten Kompetenzzuschreibungen heraus und formten aus ihnen den Graphen, der die tatsächliche Kompetenzzuschreibung zeigt. Die Graphen, die die "gefühlte Wahrheit“ der Parteien darstellt, beruhen auf Einschätzung der Falter-Politikredaktion. Ihnen liegt also kein statistisches Datenmaterial zugrunde.

Was zeigt die Grafik?

Herauslesen lässt sich, warum ÖVP, SPÖ und Grüne im Wahlkampf auf gewisse Themen stärker setzen als sonst.

Etwa weil sie in diesem Bereich eine absolute Glaubwürdigkeit haben, wie beispielsweise die ÖVP beim Thema Wirtschaft, die SPÖ bei der Forderung nach höheren Steuern für Reiche oder die Grünen beim Umweltschutz. Experten nennen das dann den "Markenkern“.


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