Die Urängste der Heimatfront

Feuilleton | aus FALTER 35/13 vom 28.08.2013

Das Filmmuseum zeigt Horrorfilme 1918-1966. Drei Analysen vermitteln die Qualitäten des Gruselgenres

Nie hat wohl ein Mensch sich in so kurzer Zeit so schrecklich verändert wie Roderick Usher! Er hatte immer schon ein bemerkenswertes Gesicht gehabt: leichblass die Haut; groß das Auge, unvergleichlich leuchtend; ein wenig dünn die Lippen und sehr bleich, doch von ungemein schönem Schwunge. Von gespinsthafter Weichheit das Haar. Im Verein mit einer übermäßig hohen und breiten Stirn bildeten all diese Züge ein Gesicht, das man wohl nicht leicht vergessen konnte.“

Hat man Roger Cormans Verfilmung von Edgar Allan Poes Kurzgeschichte "The House of Usher“ einmal gesehen, kann man aber vor allem jenen Mann nicht vergessen, dessen Gesicht dieser Bescheibung perfekt entspricht: Vincent Price.

Wenn Price zum ersten Mal mit vor Schreck geweiteten Augen als Schlossherr die Türe aufreißt und in die Kamera starrt; wenn er mit weißblonden Haaren und im blutrot leuchtenden Mantel als Letzter


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