Buch der Stunde

Halali! Oder: Heute ist schon alles egal

Feuilleton | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 35/13 vom 28.08.2013

Helene Hegemann hat, drei Jahre nach der künstlichen Aufregung um "Axolotl Roadkill“ - künstlich, denn immer schon haben sich Autoren bei anderen Autoren bedient, und angeblich hat auch vor Hegemann schon die eine oder andere sehr junge Frau einen Roman geschrieben -, ein neues Buch verfasst: "Jage zwei Tiger“. Der Titel geht auf die slowenische Konzeptband Laibach zurück, die in einem CD-Booklet schrieb: "Wenn du schon scheitern musst, scheitere glanzvoll. Jage zwei Tiger.“

Genau: Die Zitate sind diesmal brav ausgewiesen, der Quellennachweis listet u.a. den US-"Philosophen“ Axl W. Rose auf. Wie dieser Roman überhaupt bemüht wirkt, was bei einem Buch nach einem Einstandserfolg samt Riesenskandal kein Wunder ist. Man spürt die Anstrengung, die in jedem Absatz steckt. Anstrengend ist auch die Lektüre, denn Hegemanns Sprache ist eine mittlere Katastrophe.

Kunstsinnig und schon "irgendwie“ (ein Lieblingswort) literarisch soll sie wirken, und kommt doch nur verkappt cool rüber:


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