Weltverdruss und Größenwahn

Feuilleton | Werkporträt: Daniela Strigl | aus FALTER 35/13 vom 28.08.2013

Der Schriftsteller Thomas Glavinic erzählt in seinem neuen Roman von Gipfel- und Liebesstürmen. Ist es sein Opus magnum?

Auf die Frage, warum er den Mount Everest besteigen wolle, sprach George Mallory die geflügelten Worte: "Because it’s there.“ Viel mehr wüsste Jonas, der Held von Thomas Glavinics neuem Roman, auch nicht zu sagen. Dass er nun, im Zeitalter des extrembergsteigerischen Massentourismus, auf den höchsten Berg der Welt will, verdankt er einerseits seiner lebenslangen "Sehnsucht nach dem Un-Sinn“, andererseits dem Umstand, dass er reich ist, reich und unglücklich. Das wiederum hat mit Marie zu tun, die ihm den Laufpass gegeben hat.

"Das größere Wunder“ ist Glavinics zehntes Buch. Mit ihm hat er seine Jonas-Trilogie abgeschlossen, kein klassischer Mehrteiler, sondern Variationen zum Thema Angst. Auch die Protagonisten von "Die Arbeit der Nacht“ (2006) und "Das Leben der Wünsche“ (2009) tragen den biblischen Namen, und auch ihre große Liebe heißt Marie, die


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