Stadtrand Urbanismuskolumne

Augarten: Konzertsaal fertig, Protest bleibt

Stadtleben | aus FALTER 35/13 vom 28.08.2013

Au, au, Augartenspitz. Am südlichen Eck des Parks eröffnet sich dem Passanten derzeit ein merkwürdiger Anblick. Außerhalb der die Grünfläche einfriedenden Häuserzeile stehen die Zelte und Protesttransparente einer Bürgerinitiative.

Als vor wenigen Jahren der Plan bekannt wurde, dass die Wiener Sängerknaben am Augartenzipfel einen neuen Konzertsaal planen, formierte sich ziviler Widerstand und verhinderte den Abbruch eines alten Häuschens. Politiker und Künstler unterstützten die Initiative und kamen zum Protestfrühstück. Der privat finanzierte Konzertsaal ist längst fertig. Was aber machen dann noch die Demonstranten hier? Gibt es denn sonst in der Stadt keinen Anlass zur Eroberung des öffentlichen Raums?

Vielleicht geht es um eine Kraftprobe. Während sich der Konzertsaal mit seiner Profiarchitektur hinter die historische Kulisse duckt, hat das volkstümliche, an die alternativen 1970er- und 1980er-Jahre erinnernde Widerstandscamp einen Platz in der ersten Reihe erobert. Wir sind etwas Besseres, ganz ohne Prüfung durch Denkmalschutz und Baubehörde.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige