Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (129)

Stadtleben | aus FALTER 35/13 vom 28.08.2013

Herr H. fragt, ob es sich geziemt, im Restaurant sein Essen zu fotografieren, um anschließend das Foto online herzuzeigen?

Speisefotografie ist, lieber Herr H., das ganz große Ding unserer Tage. Es scheint, als hätten die Leute in unseren Breiten nichts anderes zu tun, als mit dem, was man ihnen auftischt (oder was sie selbst gekocht haben), in sozialen Netzwerken anzugeben. Interessanterweise sieht meist sogar das langweiligste Gulasch, mit der entsprechenden App aufgenommen und Instagram-Filtern versehen, verlockend aus.

Um auf Ihre Frage zurückzukommen: Sie dürfen natürlich. Womöglich ist Fotografieren ja auch das neue "Hmmmm!“ und mit dem Lob an die Küche gleichzusetzen. Aber vergessen Sie bitte nicht zu riechen, zu schmecken. Denn wenn das letzte Schnitzel fotografiert ist, werden wir merken, dass man Fotos nicht essen kann.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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