Schlips lass nach!

Stadtleben | Stilkritik: Christopher Wurmdobler | aus FALTER 35/13 vom 28.08.2013

Nicht nur als Uniform-Accessoire: Die Krawatte für Frauen ist offenbar wieder en vogue

In besonders auf Corporate Identity bedachten Unternehmen, Hotels, Kaffeehäusern oder bei Fluglinien trägt das Personal oft Krawatte zum Hemd - auch das weibliche.

Wenn schlechte Fernsehfilme bossige Chefinnen, bräsige Internatslehrerinnen oder böse Aufseherinnen im Frauenknast besonders unangenehm erscheinen lassen möchten, binden Ausstatterinnen den Krawattenknoten. Marlene Dietrich als späte Femme fatale kommt einem in den Sinn. Und jetzt ist die Damenkrawatte wieder da. Wie wir das finden? Elegant.

Ausgerechnet der skandinavische Jungmenschenausstatter Wood Wood, sonst eher bekannt für die lässige Seite der Avantgarde, feiert in seiner jetzt präsentierten aktuellen Winterkollektion die Rückkehr des Frauenschlips. Was natürlich auch gut passt, weil Wood Wood auch ein bisschen die Rückkehr - schon wieder! - der 1980er-Jahre zelebriert. Und in den 1980ern war die Krawatte zuletzt sehr en vogue; zumindest in gewissen New-Wave-Kreisen.

Was einige Fragen aufwirft: Gibt es einen Unterschied zwischen Männer- und Frauenkrawatten? (Wahrscheinlich ist die für die Frau kürzer.) Wieso heißt die Krawatte Krawatte? (Wegen der Kroaten, die allerdings nicht die einzigen Schlipsträger im 17. Jahrhundert waren, als das Accessoire modern wurde.) Und wie bindet man die Krawatte? (Immer am Hals, das breite Ende rechts und länger herunterhängend.) Männer helfen sicher bei den ersten Windsor-Knoten.


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