Phettbergs Predigtdienst

Ich bin gierig, gefilmt zu werden!

Kolumnen | aus FALTER 35/13 vom 28.08.2013

Im Aufarbeiten meiner großen neuen Liebe zum Regisseur Daniel Pfander war ich im Träumereich heute im Weltall. Es waren drei Raumfahrer bei einem Weltallunfall mit einer viele Jahre dauernden Reparatur der Nasa unterwegs. Zwei der Raumfahrer kamen nach wenigen Monaten von der Raumfahrt zurück, einer aber, der dazu noch HIV hatte, musste viele Jahre "oben“ behandelt werden. Als dann endlich auch der Kranke landete, war ich natürlich im Träumereich dabei. Wir aßen feinst, und ich begleitete dann alle drei Raumfahrer in ihre Wohnung heim. Interessant: Zwei wohnten beieinander, nur einer wohnte allein! Und zwar der, der HIV hatte, wohnte mit dem Zweiten, der oben bleiben musste, zusammen.

Quelle dieses Traumes ist, dass ich Regisseur Daniel Pfander in die Hand biss, weil er die Filmszene drohte herauszuschneiden, die ich besonders innig spielte: Als Graf Hohenholz kämpfte mein Sohn Konstantin (Rainer Meifert) mit meinem Diener Jean Jacques (Henning Gronkowski), und mir gefallen natürlich beide Burschen, wie es in einem Daily-Soap- bzw. Kunsthaus-Film halt so Brauch ist! Und ich kam meinem Sohn zu nahe mit der Hand an den Arsch. Ist das INZEST? Als ich Herrn Pfander in die Hand biss, fragte er mich: "Herr Phettberg, sind Sie HIV-i-siert?“ Dieses Wort "HIV-i-siert“ hatte ich noch nie vernommen. In der Tat aber war ich die längste Zeit meiner letzten Jahre in Krankenhäusern, und da werde ich schon nach HIV untersucht worden sein, denke ich.

Ich bin gierig, gefilmt zu werden! Ich bin süchtig total und will weiter oft gedreht worden sein! In der Gegenwart von attraktiven Männern sein dürfen. Bitte, bitte, bitte!

Wieder hat der italienische Don Lorenzo die Vorabendmesse zelebriert. Don Lorenzo ist so was von herzlich, dass ich wieder einmal weinen musste trotz meiner täglichen Antidepressionstablette. Gott, das heutige Evangelium nach Lukas ist so zum Weinen! Da scheint Jesus selbst depressiv zu sein: Allzu viele Menschen wollen in den Himmel, aber das Nadelöhr ist zu eng für viele, sagt Lukas. Sehr lange konnte ich nimmer weinen. Die frohe Botschaft macht heute Pause. Bei meinem Leben!? Am liebsten hätte ich dem jungen, fast jünglingshaften Don Lorenzo einen Kuss gegeben.

Phettbergs Predigtdienst ist auch über www.falter.at zu abonnieren. Unter www.phettberg.at/gestion.htm ist wöchentlich neu zu lesen, wie Phettberg strömt


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