Film Neu im Kino

Nimmer normal: Spießer-Ulk "Wir sind die Millers"

Lexikon | Dr. Robnik | aus FALTER 35/13 vom 28.08.2013

Wir wussten es: Durchschnittlichkeit lässt sich lernen. Zumindest vortäuschen - so die Prämisse dieser Urlaubskomödie: Um eine Tonne Marihuana aus Mexiko einzuschmuggeln, rekrutiert ein Dealer aus Denver eine Stripperin, ein obdachloses Gör und einen spätpubertären Dillo; getarnt als weiße Vorzeigefamilie reist man in Dreiviertelhosen und im Wohnmobil, frönt kleinbürgerlichen Kuschelritualen. "Wir sind die Millers" - das hat seine Eigendynamik: Vier Solo-Survivors verfallen der eigenen Tarnidentität bis hin zu echtem Fürsorgegefühl.

Allerdings bleibt ihr Habitus der Angezipftheit so weit intakt, dass Werte nicht allzu aufdringlich ins Spiel kommen; abgesehen von Unterhaltungswerten, resultierend aus der Fusion apatowscher Familienaufstellung mit farrellyschem Schweinigeln und hangoverscher Spießerwolfrudelpose. Ausstattung und Dialoge sitzen; es brillieren Jason Sudeikis, Emma Roberts und Jennifer Aniston (deren stripadäquate Figur zu anbiedernd ausgestellt wird - alt und schön sind wir selber). Sympathisch: Gags mit Grenzpolizeischikane gegen Jointbesitzer und illegalisierte Einreisende. Lehrreich: der Terminus getting earfucked.

Ab Fr in den Kinos (OF im Haydn und Village)


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